Ja zur Mindestlohn-Initiative am 18. Mai 2014

Abstimmung-Mindestlohninitiative

Auch ich zahle gern 10 Rappen mehr für den Kaffee, wenn dafür faire Löhne bezahlt werden. Ich würde auch 20 Rappen mehr bezahlen, wenn damit auch den Kaffebauern und Kaffepflückern ein anständiges Einkommen garantiert wird. Wenn ich zudem die oft absurd hohen Mietpreise betrachte, welche an guten Lagen bezahlt werden müssen, sind diese Kosten für viele Cafés und Restaurants ohnehin relevanter als leicht höhere Lohnkosten. Deshalb stimme ich am 18. Mai Ja zur Mindestlohn-Initiative.

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Lieber Raclette statt Hamburger

Vergleich Umweltwirkungen von Köse

Vergleich Umweltwirkungen von Köse

Meistens kommt es aus Umweltsicht mehr darauf an, was man ist, als wo und wie die Nahrungsmittel produziert wurden. Trotzdem fand ich es interessant zu lesen, dass Käse und Kartoffeln aus der Schweiz die Umwelt weniger belasten als Importware, wie eine neue Studie von Agroscope zeigt (Medienmitteilung). Bei Rindfleisch und Brot, scheint das dagegen nicht unbedingt der Fall zu sein.

Die Kartoffeln habe ich zwar schon immer beim Bauer auf dem Markt gekauft, aber beim Käse hatte ich bei den regionalen und nationalen Labels der Grossverteiler immer etwas Mühe einen ökologischen Vorteil zu sehen, denn zum mindest aus Berner Sicht ist der Weg für den Käse aus dem französischen Jura nicht weiter als der Weg für den Käse aus der Ostschweiz. Die Studie zeigt nun aber, dass die Transporte im Vergleich zur Produktion für die Umweltauswirkungen nicht sehr relevant sind. Aus den Resultaten der Studie könnte man wahrscheinlich sogar schliessen, dass der Export von Schweizer Käse in europäische Länder ökologische Vorteile hat, wobei es aber immer darauf an kommt, wie die einzelnen Umweltauswirkungen gewichtet werden. Ein Vergleich zwischen den verschiedenen Nahrungsmitteln ist zwar etwas umständlich, trotzdem habe ich den Eindruck, dass das Raclette besser abschneiden würde als der Hamburger.

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Unbedingt besuchen: die Pfahlbauer-Ausstellung im Historischen Museum Bern

Modell einer Pfahlbauersiedlung

Modell einer Pfahlbauersiedlung

Der Besuch der Ausstellung über die Pfahlbauer in der Schweiz, welche seit ein paar Tagen im Historischen Museum Bern gezeigt  wird, ist ein absolutes Muss. Die ausgestellten Objekt sind zum Teil wirklich einzigartig und vor allem werden sie mit Hilfe von Modellen und grossflächigen Panoramabildern in einer Art und Weise präsentiert, dass man sich das Leben und die Lebensbedingungen der Pfahlbauer gut vorstellen kann. Das Highlight der Ausstellung  sind sicher die Funde vom Schnidejoch, welche älter sind als der berühmte Ötzi, aber auch über viele andere Funde staunte ich, wie z.B. das älteste Brot aus Europa, das älteste Holzrad Europas oder gar der älteste Goldbecher der  Welt, welcher allerdings im Kanton Thurgau gefunden wurde. Ein rundum gelungene Ausstellung, welche ich wohl noch ein zweites Mal besuchen werde. Unbedingt empfehlen möchte ich die Benutzung eines Audioguides, da dieser mehr Informationen liefert als  die Anschriften und den Besuch abwechslungsreicher macht. Da ich die Ausstellung mit  dem Sohn besucht habe, kenne ich nur die Version für Kinder, die sehr kurzweilig gemacht ist. Für den Besuch der Ausstellung würde ich ca.  2 Stunden Zeit einrechnen. Die Ausstellung dauert bis am 26. Oktober 2014.

> Historisches Museum Bern

Nachwort: die Ausstellung zeigt auch deutlich, wie wichtig es ist, dass der Kanton Bern über einen gut ausgebauten archäologischen Dienst verfügt. Nur so ist es möglich, diese unschätzbar wertvollen Funde zu sichern, zu bewahren und auszuwerten. Dass diese wichtige Aufgabe von bürgerlicher Seite im Grossen Rat immer wieder in Frage gestellt wird, ist für mich völlig unverständlich.

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Farbenfroh – die Tunisreise im Zentrum Paul Klee

Paul Klee, Motiv aus Hamammet, 1914,

Paul Klee, Motiv aus Hamammet, 1914,

Es war Zufall, dass ich die aktuelle Ausstellung im Zentrum Paul Klee “Die Tunisreise. Klee, Macke, Moilliet” gerade heute besuchte, aber Paul Klee und Louis Moilliet sind tatsächlich vor genau 100 Jahren, am 5. April 1814 in Bern aufgebrochen, um August Macke in Marseille zu treffen und gemeinsam zu einer knapp zweiwöchigen Reise nach Tunesien aufzubrechen. Was mich in der Ausstellung am meisten frappiert hat, war zu sehen, wie rasant sich Klee in diesen wenigen Tagen entwickelt hat. Bei den Werken der ersten Tage, sind die Aquarelle von Macke noch klar besser als diejenigen von Klee, doch schon nach wenigen Tagen hat Klee aufgeholt. Anhand der Ausstellung ist leicht zu verstehen, dass die Tunisreise und die Zusammenarbeit mit Macke für Klee künstlerisch von entscheidender Bedeutung waren, und Klee ohne sie womöglich nie zum weltbekannte Künstler geworden wäre. Louis Moilliet spielt künstlerisch zwar eine Nebenrolle, aber er hat trotzdem eine zentrale Bedeutung, denn ohne ihn, der Tunesien bereits zuvor bereist hatte,  und seine Beziehungen, wäre die Tunisreise gar nicht zu Stande gekommen. Die Ausstellung erinnert indirekt aber auch daran, welche enormen menschlichen Opfer der erste Weltkrieg gefordert hat, der im August 1914 ausbrach, und dem auch August Macke nur wenige Wochen nach Kriegsbeginn zum Opfer fiel.

Tipp, es lohnt sich auch den im Vorraum der Ausstellung gezeigten Film anzuschauen.

> Zentrum Paul Klee

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Bea 2014 – das parteiische Ausstellerverzeichnis

Ca. 950 Aussteller werben an der BEA 2014 um die Aufmerksamkeit der Besucher. Dabei geht es nicht immer nur ums Geld. An der BEA 2014 stehen zum Beispiel auch zwei Parteien den Bürgerinnen und Bürgern vom 25. April bis zum 5. Mai  Rede und Antwort.

Die SP Kanton Bern  hat ihr Zelt gleich links vom Haupteingang gegenüber dem Stand der BLS. Gemäss Ausstellerverzeichnis gibt es als Produkte: Partei und Ballons.

BEA-2012-SP

zusammen mit Grossrätin Eva Baltensperger am Stand der SP anlässlich der BEA 2012

 

In der Halle 1.1 können sie die Vertreter von EDU (Stand A019) in die Zange  nehmen. Die SVP, welche letztes Jahr auch einen Stand hatte, scheint dieses Jahr nicht interessiert zu sein, die Grossratswahlen sind ja auch vorbei.

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Jakob Haringer – Im Frühling

Grabstein von Jakob Haringer auf dem Friedhof Köniz

IM FRÜHLING

Ist auch das Schicksal grausam und alles voll Leid -
Aber ein fröhliches Herz pocht seine eigene Zeit.
IM Donnert auch Trug und Unglück im Sturmgebraus,
Ein tapfres, lichtes Herz, das hält schon aus.
Und trog noch mehr, und nahm das Leben oft das Letzte,
Wie gut, dass ich mich selbst dann noch ein bisschen schätzte!
Und hat viel Liebstes mich verbittert und gequält,
Ich war ein froher Gast am Tisch der Welt.
Ist doch das Schönste in all dem Hangen und Bangen,
Immer, immer wieder ein neues Leben anzufangen.
Vergisst doch kein Vogel sein jubelndes Morgenlied:
Freut euch des Lebens, weil noch das Lämpchen glüht!
Über allen Kummer, alle Pein, alles Leid
Gehn die schönen Sterne und die Ewigkeit…

(Jakob Haringer, gestorben am 3.  April 1948), aus “Lieder eines Lumpen”, 1962)

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Internationaler Kinderbuchtag 2014 – zu Besuch im Heididorf Maienfeld

Seit 1967 wird am 2. April, dem Geburtstag von Hans Christian Andersen,  alljährlich der internationale Kinderbuchtag gefeiert.  Da ich ohnehin vor hatte, heute mit den Kindern eine ganztägige Bahnreise durch die Schweiz zu machen, war rasch  klar, dass wir die Reise mit  einem Ausflug nach Maienfeld  ins Heididorf verbinden werden, denn schliesslich ist die Geschichte von Johanna Spyri der Schweizer Kinderbuchklassiker schlechthin. Mal sehen, was uns in der “Heimat” von Heidi erwartet. Ein Erlebnisbericht folgt später.

Ein Tipp für alle, die gerade keine Lust auf Heidi haben: Der  Kinderbuchtag ist  auch ein guter Anlass, die  aktuelle Kreidolf-Ausstellung in der städtischen Wessenberg-Galerie in Konstanz zu besuchen, die  letzten Sommer bereits im Kunstmuseum Bern gezeigt wurde.

> Wessenberg Galerie Konstanz

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Reaktion auf die Regierungsratwahlen Kanton Bern 2014 – SVP lanciert Initiative für einen Halbkanton Berner Jura

Am Sonntag wurde im Kanton Bern die rotgrüne Regierungsmehrheit dank der Sonderregelung für den Berner Jura wiedergewählt, obwohl Manfred Bühler, der Sprengkandidat der SVP, im Kanton insgesamt mehr Stimmen erhalten hat als der bisherige Regierungsrat Philipp Perrenoud (SP). Letzerer hat aber im Berner Jura den entscheidenden Vorsprung auf Bühler herausgeholt und wurde dank der Sonderreglung für den Berner Jura wiedergewählt und hat so die rotgrüne Regierung gerettet.

Damit der Berner Jura in Zukunft nicht mehr die Regierungsmehrheit im Kanton Bern bestimmen kann, hat der Vorstand der SVP Kanton Bern deshalb am Montag Nachmittag in einer Sondersitzung beschlossen, gemeinsam mit der PSA eine Volksinitiative zu starten, welche dem Berner Jura den Status eine Halbkantons geben soll. So wird der mehrheitlich protestantische Berner Jura unabhängig ohne mit dem katholischen Kanton Jura fusionieren zu müssen und die Abstimmung über den Verbleib der Stadt Moutier im Kanton Bern erübrigt sich. Maxime Zuber (PSA), der Stadtpräsident von Moutier, hat sich bereits bereit erklärt, im Initiativkomitee mitzumachen, wie in einer anschliessenden gemeinsamen Pressekonferenz informiert wurde. Eine Volksabstimmung über den Halbkanton Berner Jura wird etwa im Herbst 2017 stattfinden  können, und eine bürgerliche Mehrheit bei den Regierungsratswahlen 2018 wäre damit gesichert. Einen weiteren Vorteil zweier Berner Halbkantone sieht Werner Salzmann, Parteipräsiden der SVP, darin, dass so bei den Ständeratswahlen die ungeteilte Standesstimme gesichert ist, da auch der Kanton Bern nur noch einen Ständerat stellen würde.

Manfred Bühler (links) und Maxime Zuber (rechts) anlässlich der Pressekonferenz

Manfred Bühler (links) und Maxime Zuber (rechts) anlässlich der Pressekonferenz

> Pressemitteilung der SVP Kanton Bern vom 1. April 2014

Mein Kommentar:
Eins schlaue Idee. Da die Sonderregelung für den Berner Jura auf Wunsch von SVP und FDP eingeführt wurde, da sie verhindern wollten, dass die deutschsprachige Mehrheit wie 1986 geschehen einen grünen Regierungsrat für den Jurasitz wählt, damals Benjamin Hofstetter, kann die SVP nun schlecht den Verzicht auf die Sonderregelung fordern. Vermutlich geht es bei dieser Initiative aber vor allem um das Geld. Da der Kanton Bern nach den vor allem von der SVP unterstützten Steuersenkungen nicht mehr genügend Geld zur Finanzierung eines flächendeckenden Service Public hat, wäre die Aufteilung in zwei Halbkantone die Chance, dass sich das Berner Oberland und das Emmental die Gewinne aus dem Berner Mittelland nicht mehr mit dem Berner Jura teilen müssten. Nicht in Frage kommt selbstverständlich ein Halbkanton Berner Mittelland.

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Kommentar zu den Grossratswahlen Kanton Bern 2014

Ich muss zugeben, dieses Resultat hätte ich nicht erwartet. Mein Bauchgefühl sagte mir zwar, dass die SVP zulegen würde, aber das Ausmass hat mich überrascht. Völlig unerwartet kam für mich aber vor allem der Absturz der BDP, und ich bin in der Wahlbörse www.wahlfieber.ch denn auch vom ersten auf den letzten Platz zurückgefallen, weil ich viel zu stark darauf gesetzt habe, dass die Aktien der BDP unterbewertet sind.

Resultate Grossratswahlen Kanton Bern 2014  (www.wahlfieber.ch)

Resultate Grossratswahlen Kanton Bern 2014 (www.wahlfieber.ch)

Ich finde das schlechte Abschneiden der BDP ehrlich gesagt als ungerecht. Im Grossen Rat habe ich die BDP zwar als sehr bürgerlich, aber immer noch der Sachpolitik verpflichtet und meistens konstruktiv erlebt, während die SVP-Fraktion einfach Obstruktionspolitik betrieb und lediglich auf den Wahlerfolg hin arbeitete. Wahrscheinlich nimmt der Wähler, die Wählerin die konstruktivere Politik der BDP im Parlament schlicht nicht war, da Solches über die Medien ja auch schwierig zu vermitteln ist. Wie viel leichter ist es da doch für die SVP, einfach Steuersenkungen durchzusetzen und sich bei den dann folgenden Sparmassnahmen mit Anträgen für die Interessen der Landgemeinden zu inszenieren und sich als Retter aufzuspielen. Es zeichnet sich ab, dass die BDP das selbe Schicksal erleiden wird, wie die Abspaltungen von der SP in den 80er-Jahren, die mittlerweile auch alle untergegangen sind.

Aber vielleicht will die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler im Kanton Bern gar keinen flächendeckenden Service Public, obwohl das Geschrei jeweils gross ist, wenn in einer Gemeinde ein Schulstandort oder gar ein Spital geschlossen wird. Jedenfalls erstaunt es mich schon, dass die SP nicht besser abgeschnitten hat, aber es entspricht immerhin den Abstimmungsresultaten zu den verschiedenen Steuersenkungsvorlagen in der vergangenen Legislatur.

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Umstellung Sommerzeit 2014

Umstellung Sommerzeit

Umstellung auf die Sommerzeit 2014: In der Nacht vom 29. auf den 30. März ist die Nacht eine Stunde kürzer. Die Uhren müssen also am besten vor dem zu Bett gehen um eine Stunde vorgestellt werden, sonst riskiert man als WählerIn im Kanton Bern bei den morgigen Grossratswahlen und Regierungsratswahlen am Mittag vor einem bereits geschlossenen Wahllokal zu stehen. Vielleicht ist das die Erklärung für seit Jahren tiefe Wahlbeteiligung bei den Berner Grossratswahlen?

Sommerzeit-2014-Schweiz-Umstellung

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