“Es geht einer Gesellschaft so gut, wie sie für die Menschen sorgt, denen es schlecht geht” (Emilie Lieberherr)
“Ich bin Leben, das leben will, in mitten von Leben, das leben will!” (Albert Schweizer)
“Wo Liebe wächst, gedeiht Leben – wo Hass aufkommt droht Untergang” (Mahatma Ghandi)
“Die Demokratie ist keine Frage der Zweckmäßigkeit, sondern der Sittlichkeit” (Willy Brandt)
“Wir müssen lernen, entweder als Brüder miteinander zu leben oder als Narren unterzugehen.” (Martin Luther King)
“Der Staatsdienst muss zum Nutzen derer geführt werden, die ihm anvertraut werden, nicht zum Nutzen derer, denen er anvertraut ist.” (Marcus Tullius Cicero)
„Zuweilen ziehen Wetterwolken am Himmel des Kapitalismus auf. Je höher die kapitalistische Sonne steigt, je blendender ihre Strahlen leuchten, umso schnellernaht der Gewittersturm. Die Wolken werden grösser und ballen sich zusammen, bis sie sich in ei-nem krachenden, verheerenden Hagelwetter entleeren.“ (Robert Grimm 1908)
"Si vis pacem, cole iustitiam" (Inschrift Friedenspalast in Den Haag)
"Kleine Schritte sind mehr als grosse Sprüche" (Willy Brandt)

1. Autofreier Sonntag, 25. November 1973

Heute vor 26 Jahren erlebte ich meinen ersten autofreien Tag. Ich kann mich noch gut daran erinnern. Obwohl es damals nicht einmal halb soviele Autos gab wie heute, war es eine grosse Sache. Unsere Familie machte einen Sonntagsspaziergang, wir Kinder durften auf der Strasse gehen und es war ruhig! Die NZZ hat vor ein paar Wochen einen Zeitungsartikel über diesen Tag auf ihrer Homepage publiziert. Die ersten autofreien Tage gab es allerdings schon 1956 während der Suezkrise. Anscheinend waren die Autos damals aber noch so selten, dass diese Tage nicht im kollektiven Gedächtnis haften geblieben sind.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Auto auf unseren Strassen noch mehr durchgesetzt. Wegen der zunehmenden Zersiedelung, der gleichzeitigen Konzentration der Einkaufsmöglichkeiten und dem ständigen Verlagern der Arbeitsplätze werden die Wege immer länger. Aus Bequemlichkeit oder wegen echtem oder bloss eingebildetem Zeitmangel, wird deshalb das Auto immer häufiger benutzt. Aus Angst vor dem Verkehr werden die Kinder sogar in Kindergarten oder die Schule gefahren, obwohl man damit zusätzliche Gefahren schafft. Flächendeckend autofreie Tage wird es deshalb auch in Zukunft wohl nur während Krisensituationen geben. Die Sonntagsinitiative, welche vier autofreie Sonntage forderte, hat es 2003 bei der Volksabstimmung aber immerhin auf das beachtliche Resultat von 37% Ja-Stimmen gebracht, und wurde in einigen Städten sogar angenommen. Dass es ein Bedürfnis nach autofreien Strassen gibt, zeigen die hoch frequentierten Fussgängerzonen und der grosse Erfolg der “Slow Ups”, welche jedes Jahr häufiger werden.

So schön autofreie Tage sind, als Alltagsvelofahrer und Vater kleiner Kinder nutzen sie mir eigentlich nicht viel. Viel nützlicher wären generell Tempo 30 innerorts und Mittelinseln bei allen Fussgängerstreifen. Im Zentrum von Köniz gilt Tempo 30 zwar nur für wenige 100 Meter, dort fühlt man sich aber sofort viel sicherer und es ist auch hörbar leiser. In den Städten könnten ganze Wohnquartiere durch den Bau von zentralen Autogaragen für den Autoverkehr gesperrt werden. Diese sollten sich zudem bei den ÖV-Haltestellen befinden, damit der Fussweg zum Auto mindestens so weit ist, wie der Fussweg zu Bus und Bahn. Die Regionalgruppe Bern des VCS hat diesen alten Vorschlag des österreichischen Verkehrwissenschaftlers Hermann Knoflacher im Rahmen der Mitwirkung zum Teilverkehrspan MIV zum Stadtteil 3 kürzlich wieder aufgenommen.

Fast alles zum Thema “Autofrei” findet man auf der Homepage des Clubs der Autofreien.

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