“Es geht einer Gesellschaft so gut, wie sie für die Menschen sorgt, denen es schlecht geht” (Emilie Lieberherr)
“Ich bin Leben, das leben will, in mitten von Leben, das leben will!” (Albert Schweizer)
“Wo Liebe wächst, gedeiht Leben – wo Hass aufkommt droht Untergang” (Mahatma Ghandi)
“Die Demokratie ist keine Frage der Zweckmäßigkeit, sondern der Sittlichkeit” (Willy Brandt)
“Wir müssen lernen, entweder als Brüder miteinander zu leben oder als Narren unterzugehen.” (Martin Luther King)
“Der Staatsdienst muss zum Nutzen derer geführt werden, die ihm anvertraut werden, nicht zum Nutzen derer, denen er anvertraut ist.” (Marcus Tullius Cicero)
„Zuweilen ziehen Wetterwolken am Himmel des Kapitalismus auf. Je höher die kapitalistische Sonne steigt, je blendender ihre Strahlen leuchten, umso schnellernaht der Gewittersturm. Die Wolken werden grösser und ballen sich zusammen, bis sie sich in ei-nem krachenden, verheerenden Hagelwetter entleeren.“ (Robert Grimm 1908)
"Si vis pacem, cole iustitiam" (Inschrift Friedenspalast in Den Haag)
"Kleine Schritte sind mehr als grosse Sprüche" (Willy Brandt)

Le Ciel est pour tous im Stadttheater Bern

Heute abend war wieder einmal ein Besuch der Nouvelle Scène im Stadttheater Bern angesagt. Das Stück “Le Ciel est pour tous” von Catherine Anne spielt in einer laizistischen Familie: der Vater hat moslemische Wurzeln, die Mutter katholische, die beiden Kinder im Teenageralter und die Schwester der Mutter sind überzeugte Atheisten. Der Tod des Großvaters mütterlicherseits und die Entscheidung ohne Absprache, ein religiöses Begräbnis zu veranstalten, lösen eine Reihe von Erschütterungen aus. Protest bei den einen, Verständnis bei den anderen und Ratlosigkeit allerseits. Gleichzeitig beginnt die Tochter ein Buch über die „Calas-Affaire“ zu schreiben und der Sohn religiös zu werden. Mit der Frage nach Gott konfrontiert, zerfleischt sich die Familie.

Mit ihrem Drama “Le Ciel est pour Tous” (Der Himmel ist für alle) trifft Catherine Anne ins Schwarze. Sie fragt nach dem Sinn von Religion, nach ihrem Platz im Herzen des Einzelnen, der Familie, der Gesellschaft und arbeitet dabei den größer werdenden Zwiespalt zwischen dem Gelebten und dem Innenleben der Menschen und der affichierten Dogmen, zwischen Transzendenz und Freiheit, heraus. Catherine Anne ließ sich dabei direkt von Voltaires Traktat über die Toleranz aus Anlass des Todes von Jean Calas inspirieren. Das Stück konfrontiert uns mit Nachdruck mit der schwierigen Frage religiöser Toleranz in unserer demokratischen laizistischen Gesellschaft.

Die Inszenierung des von Catherine Anne geleiteten Théâtre de l’Est de Paris hat mir zwar gut gefallen, aber noch besser wäre das Stück vermutlich auf der Bühne in den Vidmarhallen herübergekommen. Für ein modernes Schauspiel hat es mir im Stadttheater einfach zu viel Plüsch.

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