1 zu 12-Initiative – Gemeinsam für gerechte Löhne

(Last Updated On: Juni 6, 2013)

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Heute habe ich die JUSO-Initiative „.1 : 12  – Gemeinsam für gerechte Löhne„ unterschrieben und abgeschickt. Ich glaube zwar nicht daran, dass diese Initiative, falls sie angenommen würde, tatsächlich viel bewirken könnte. Ich bin sogar der Meinung, dass sie den WählerInnen eine Lösung vorgaukelt, die keine ist. Weder würde sie spekulatives Fehlverhalten der Direktoren und Verwaltungsräte verhindern, noch würde sie die arbeitende Masse der Bevölkerung wesentlich reicher machen. Zu einfach wäre es, die Regeln zu umgehen, und das allenfalls dennoch zusätzlich zu verteilende Lohnvolumen braucht auch nicht zwangläufig den ArbeiterInnen zu Gute kommen, sondern kann ebenso gut als Dividende ausgeschüttet werden. Die Branchen und Firmen mit den Spitzenlöhnen sind auch nicht die  Branchen und Firmen mit den prekärsten Arbeitsbedingungen.

Dennoch habe ich die Initiative unterschrieben, und zwar weil ich sie sexy finde. Sie thematisiert sehr direkt die ungerechte Einkommens- und Vermögensverteilung  in unserer Gesellschaft. Und eine solche Diskussion  finde ich gut. Diese kann helfen, die ständigen Steuersenkungen für die Reichen und die wachsende Belastung  der Familien und der mittleren und unteren Einkommensklassen zu stoppen. Der Aufstieg der Mittelschichten in den USA in den 50er Jahren, war schliesslich unter anderem eine Folge der Zerschlagung der oligarchischen Vermögensverhältnisse in durch Präsident Franklin D. Roosevelt in den 30er Jahre. Eine breite Einkommensdebatte wird auch Druck auf die Parlamente machen, das Bildungssystem endlich so zu reformieren, dass es tatsächlich für aller Kinder gleiche Entwicklungs- und Berufsmöglichkeiten ermöglicht, und  Chancengleichheit nicht nur vorgibt.

Die Initiative der JUSO ist gewissermassen  die Minarettinitiative der Linken. Populistisch, löst vermutlich kein Problem aber macht hoffentlich viel Lärm und provoziert eine breite Debatte, um damit in anderen Politikbereichen mit vielleicht weniger spektakulären Massnahmen unsere Gesellschaft etwas gerechter zu machen.

Unterschriftenbogen kann man hier herunterladen.

Ebenfalls zur Initiative geäussert haben sich z.B. die Blogger Adrian Durtschi,  (projekt)sinnfrei, Alexander Limacher und Markus Kistler.

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