Ausstellung Kontrastierende Aussichten – Retrospektive über den Könizer Künstler Bruno Wurster

(Last Updated On: November 23, 2013)

Die Ausstellung „Kontrastierende Aussichten“ zeigt vom 25. Oktober 2013 bis am 17. November 2013 eine breite Auswahl von Werken des Könizer Künstlers Bruno Wurster.

Bruno Wurster, Lanzerote II, 1998

Bruno Wurster, Lanzerote II, 1998

Der im Liebefeld aufgewachsene und dort bis zu seinem Tod 2003 wohnhafte Künstler Bruno Wurster genoss dank Ausstellungen im In- und Ausland grosse Anerkennung.
Seit 1974 hat die Gemeinde Köniz Werke von Bruno Wurster angekauft. Die Schenkung, die Renate Wurster 2012 der Gemeinde überliess, ergänzt die schon bestehende Sammlung so, dass von jeder der vierzehn Werkgruppen Bruno Wursters repräsentative Werke vorhanden sind.
Die Ausstellung würdigt das Werk des Könizer Künstlers sowie insbesondere die Schenkung selbst. Der geplante Zeitpunkt im Jahr 2013 ist zugleich auch das zehnte Todesjahr des Künstlers.

Ort: Köniz, Lichthof im Gemeindehaus – Galerie Chornhuus auf dem Schloss
Dauer: Freitag, 25.10.2013 bis Sonntag, 17.11.2013
Vernissage:       Freitag, 25. Okt. 2013, 18 Uhr, Rossstall
Finissage: Sonntag, 17.11.2013, 11 Uhr, an beiden Orten

Öffnungszeiten:

Di. – Fr.:  10.00 – 12.00, 14.30 – 17.00
Sonntag:    ohne Event:            13.00 – 16.00 (27.10. und 10.11.)
Sonntag:  mit Event:  11.00 – 13.00 (03.11. und 17.11)
03. November: während der Darbietung
ist der Lichthof geschlossen
17. November: offen an beiden Orten

Begleitprogramm

Wort und Klang zu Bruno Wurster: Schloss Köniz, Galerie Chornhuus
03.11.2013: 11.00 – 13.00, Peter Weibel, Lesung und Gerold Steinmann, Querflöte

Atelierbesuche: Balmerstrasse 12, Bern
10.11.2013: 11.00 – 12.00 und 14.00 – 15.00 ohne Voranmeldung

Führungen: Renate Wurster und Sibylle Walther (Kuratorin)

Weitere Informationen
> Link zur Ausstellung in Köniz

> Link zur Webseite Bruno Wurster

Pressemitteilung vom 24.10.2013 zur Ausstellung: Hommage an Bruno Wurster

Zum zehnten Todestag des Berner Malers Bruno Wurster präsentiert die Ausstellung Kontrastierende Aussichten eine umfassende Werkschau seines Schaffens. Die Exponate stammen zum grössten Teil aus einer 2012 erfolgten grosszügigen Schenkung der Künstlerwitwe Renate Wurster an die Gemeinde Köniz, welche durch Werke ergänzt wird, die seit längerem Teil der gemeindeeigenen Sammlung sind.

Dünen in Sylt, die Twin Towers in New York – sanfte Hügel, die schroffe Tektonik urbaner Formen: das vielschichtige Werk des 2003 verstorbenen Berner Malers Bruno Wurster spielt mit Kontrasten und findet zugleich eine Bildsprache, Gegensätzliches in Ähnlichem aufgehen zu lassen. Die repräsentative, 64 Exponate umfassende Werkausstellung Kontrastierende Aussichten lädt dazu ein, das faszinierende Schaffen des eher unbekannt gebliebenen Berner Künstlers zu entdecken.

Der 1939 geborene Maler und Radierer Bruno Wurster wuchs in die lebendige Berner Kunstszene der 1950er Jahre hinein. Als erst Vierzehnjähriger nahm er an der Seite etablierter Künstler wie Otto Nebel und Max von Mühlenen an einer Berner Gruppenausstellung teil. Ein Jahr später stellte er in Paris am Salon des Réalités Nouvelles aus. Auf diesen glanzvollen Start folgte die Zeit der soliden Ausbildung in Bern, München und Nürnberg, wo er auch das Radieren erlernte, eine Kunstform, die sein Werk fortan begleiten wird.

Mit den künstlerischen Beziehungen und Freundschaften, die Wurster in der Berner Malerszene der 1960er und 1970er Jahre unterhielt, setzt sich die sorgfältig recherchierte Begleitpublikation zur Ausstellung auseinander. In seiner Frühphase zeigt Wursters Werk klare Bezüge zum Bauhaus, was nicht zuletzt der zeitlebigen Freundschaft der Familien Klee und Wurster geschuldet ist: Bruno wuchs mit Alexander, dem Enkel Klees, auf. Bruno Wurster kannte das Werk Paul Klees sehr gut und zitierte gern und oft einen humorvollen Titel dieses oder jenes Klee-Bildes. Auch besitzt das Zentrum Paul Klee repräsentative Bilder aus dem Frühwerk des Künstlers, das diesen engen Bezug klar dokumentiert.

Bald distanzierte sich Bruno Wurster in seinem Schaffen aber von direkten formalen Bezügen zu Paul Klee. Er fand seine eigene Sprache. Seine Themenwelt bleibt jedoch mit jener Paul Klees verwandt. So zum Beispiel das Einbringen von binären Strukturen, von Gegensätzen, die auch kritischen Fragestellungen nachgehen, so etwa die Ikarus-Serie. Ikarus steht für die Auseinandersetzung mit dem Kräftepaar Natur und Technik. Für beide entwickelte Bruno Wurster eine symbolische Form: die eine unendlich und rätselhaft, das Samenkorn, die andere messbar und vergänglich. Bruno Wurster war nicht der einzige im Berner Umfeld, den die gewalttätige Konfrontation von Natur und Technik beschäftigte. Anfang der 1950er Jahre verfolgten drei befreundete Berner Künstler, Eugen Jordi, Emil Zbinden und Rudolf Mumprecht, drei Jahre lang zeichnend den Bau des neuen Kraftwerkes auf der Grimsel.

In den späteren Werkgruppen gilt Bruno Wursters Aufmerksamkeit ganz der Natur. Systematisch erkundet er über mehrere Jahre hinweg die mannigfaltigen Erscheinungsformen reeller und imaginärer Naturphänomene. Die Berge und das Meer, mediterrane und nördliche Landschaften, Sommer und Winter bilden die Eckpunkte seiner Untersuchungen. Konstante dieser Landschaftsansichten ist das unberührt Archaische.

Am Endpunkt seiner Landschaftsstudien steht New York, Bruno Wursters Hinwendung zu urbanen Formen. Naturbilder gehen in die Darstellung nebeneinander aufgetürmter architektonischer Gebilde über. Das letzte New-York-Bild entstand nach dem Terroranschlag von 09/11. Die Themenwelt von Ikarus scheint hier ihren Epilog zu finden.

In der Ausstellung wird auch Bruno Wursters Beziehung zur Musik beleuchtet. Sein rhythmisch komponiertes bildnerisches Schaffen fand Beachtung bei bedeutenden Musikern wie Urs Peter Schneider, Roland Moser, Peter Streiff und dem deutschen Komponisten koreanischer Abstammung Isang Yun. Mit dem frühverstorbenen Könizer Pianisten und Komponisten Stefan Jeschko kam es auch zur Vertonung seines bildnerischen Werkes, wovon eine Tonstation in der Ausstellung zeugt. An der Vernissage interpretiert der Pianist Elvino Arametti eine lediglich als Tondokument erhaltene Komposition neu. Michael Zisman, ein weiterer Könizer Musiker und Komponist, beschliesst die Ausstellung mit seinem ganz persönlichen Beitrag für Bruno Wurster an der Finissage.

 

 

bruno-wurster-lichthof-koeniz

 

Gerold Steinmann und Peter Weibel an der Matinee "Wort und Klang zu Bruno Wurster"

Gerold Steinmann und Peter Weibel an der Matinee „Wort und Klang zu Bruno Wurster“

 

 

Michael Zisamann an der Finissage der Bruno-Wurster-Ausstellung

Michael Zismann an der Finissage u.a. mit dem als Hommage an Bruno Wurster komponierten Stück Aqua Tinta

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*