Bern Mobil

(Last Updated On: Oktober 28, 2013)

bernmobilIm Bund gehen zurzeit die Wogen hoch, wegen einer Antwort der Ask Force zur Kundenfreundlichkeit der Chauffeure von Bern Mobil (Leserbriefe vom 23.10.2009). Ehrlich gesagt, ich verstehe die Schelte der Leserbriefschreiber nicht. Meiner Meinung nach erbringen die Bus- und Tramchauffeure jeden Tag eine ausgezeichnete Leistung. Nicht immer, aber fast immer wird der Fahrplan auf die Minute genau eingehalten und wenn es der Fahrplan zulässt, wird nach meiner Erfahrung meistens durchaus gewartet bis auch die Nachzügler eingestiegen sind. Wirklich bewundernswert ist aber, wie es jeden Tag schaffen unfallfrei an zwischen Bubenbergplatz und Zytglogge wie blinde Hühner über die Strassen laufenden Fussgängern vorbeizukommen. Wenn alle Automobilisten so rüchsichtsvoll fahren würden, gäbe es fast keine Verkehrstoten mehr.

Was das Zuwarten beim Einsteigen betrifft, hat die Task Force einfach Recht. Der Fahrplan ist so dicht, dass das Warten auf den nächsten Bus kein Problem ist. Aus diesem Grund renne ich zum Beispiel auch nie, wenn der Bus schon an der Halte ist. (Zugegeben wenn ich pressiert bin, nehme ich sowieso lieber das Velo). Bei einem dichten Fahrplan ist es aber auch sehr schwierig, den Takt und die Pünktlichkeit einzuhalten. Wenn der Bus oder das Tram nämlich ein bisschen verspätet ankommt, warten schon mehr Leute an der Haltestelle, was mehr Zeit beim Aus- und Einsteigen benötigt, was von Haltestelle zu Haltestelle zu immer noch mehr Verspätung führt. Der nachfolgende, halbleere Bus holt den vor ihm fahrenden in der Zwischenzeit ein. Die Lösung wäre natürlich im Fahrplan mehr Reserven einzureichen, was längere Fahrzeiten bedeutet, was wir Passagiere ja auch nicht wollen. Wenn ich mit ähnlich grossen Städten im Ausland vergleicht, so stelle ich fest, dass wir in Bern und Umgebung über ein ausgezeichnetes ÖV-Angebot verfügen, mit einem dichten Fahrplan und relativ kurze Fahrzeiten bei gleichzeitig hoher Pünktlichkeit. Da warte ich gerne mal auf den nächsten Bus, wenn ich zu spät an die Bushaltestelle komme. Der Chauffeur kann ja nichts dafür, und die anderen Passagiere auch nicht.

Im übrigen schätze ich immer wieder die kompetenten Antworten der Ask Force, wie zum  Beispiel zum Problem der für Kinder schwierig zu öffnenden Glacéverpackungen (derbund_askforce_20_08_2007)

2 Kommentare

  1. Rasmus99

    Nun, sooo gut ist die Leistung von Bernmobil nun auch wieder nicht:

    -Die Unfreundlichkeit der Chauffeure hat System
    -Die Pünktlichkeit der Kurse spielt nur so lange eine Rolle, wenn die Chauffeure dies den Kunden gegenüber argumentieren müssen. Für einen gemütlichen Schwatz unter Chauffeurkollegen gibt es hingegen immer Zeit, Fahrplan hin oder her. Übrigens hat auch Bernmobil seine Fahrpläne publiziert – sie werden aber nach Lust und Laune eingehalten.
    -Die Verkehrssicherheit spielt nur so lange eine Rolle, wenn man die Fahrer von ausländischen Fahrzeugen massregeln kann. Der BM-Chauffeur selber kann in den moderneren Bussen Radio hören und darf sich davon ablenken. Darf ich als Kunde im Bus Radio hören? Eben…
    -Das Handling der Halteorte der Fahrzeuge unter dem Baldachin ist schlicht skandalös. Oft müssen die Fahrzeuge hintereinander warten – aussteigen darf während dieser Zeit niemand. Das Prestigeobjekt Baldachin gerät so zur Fehlplanung
    -Für die Fahrzeugreinigung ist der Kunde zuständig. So will es uns ein offener Brief des Direktors weismachen. Der Chauffeur (Angestellt bei Bernmobil) darf dann während den Wendezeiten an den Haltestellen Sudoku lösen, vor dem Fahrzeug eine Zigarette rauchen aber muss sich nicht um die Sauberkeit SEINES Fahrzeuges kümmern. Es geht um die Qualität für SEINE Fahrgäste.

    Gründe genug, Bernmobil kritisch gegenüber zu stehen. Mit einem sehr guten Marketing hat ein Betrieb noch nie funktioniert!

  2. Brand Liselotte

    Erlebt am Freitag, 18. Mai an der Endstation Bümpliz, Tram nr. 7, nachmittags: Ich begleitete einen Blinden nach Hause. Als das Tram anhielt, standen wir auf (wir sassen direkt gegenüber der Türe) und ich drückte auf den Öffnungsknopf bei der Türe. Doch anstatt dass die Türe sich öffnete fuhr das Tram wieder an und wir konnten erst an der Statthalterstrasse aussteigen. Nicht sehr Fahrgastfreundlich.
    Soviel zum Einhalten des Fahrplans.
    Liselotte Brand

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