Bestform 2013 – Berner Design im Kornhausforum

(Last Updated On: Juli 2, 2013)

Bestform 2013 – 11. Januar – 3. Februar 2013

Die Berner Design Stiftung eröffnet am 10. Januar 2013 die jährliche Ausstellung BESTFORM im Kornhausforum. Präsentiert werden ausgezeichnete Arbeiten von Berner Designern. Am selben Abend werden auch die Förderbeiträge für Design verliehen. Die Ausstellung dauert bis am 3. Februar 2013.

Öffnungszeiten Kornhausforum:
Dienstag – Freitag: 12:00 – 17:00 Uhr
Donnerstag: 12:00 – 20:00 Uhr
Samstag/Sonntag: 11:00 – 17:00 Uhr
Montag: geschlossen

> www.bernerdesignstiftung.ch

 

Nachtrag vom 14. Januar 2013

Heute hat das Kornhausforum in seinem Newsletter auf die Wirkungen der Sparbeschlüsse des Grossen Rates für das Berner Kunsthandwerk aufmerksam macht.

Rettet das Berner Kunsthandwerk!

Am vergangenen Donnerstag wurde im Stadtsaal des Kornhausforums die erste Ausstellung des Jahres eröffnet, die «Bestform» der Berner Design Stiftung. Die Jahresschau der Kunsthandwerkerinnen und -handwerker aus dem Kanton Bern wird leicht und übersichtlich präsentiert wie noch nie. Doch die Leichtigkeit trügt: Die bürgerliche Mehrheit des Grossen Rats verbaut dem Design-Schaffen im Kanton Bern die Zukunft.

Was an der Ausstellung «auf Tischen und Sockeln zu sehen ist», schreibt Alice Henkes im «Bund», seien «keine verrückten Formfantastereien. Ob Keramik oder Mode, Glas, Grafik, Schmuck oder Produktdesign: Alle Produkte sind durchaus brauchbar, machbar, tragbar. Das liegt auch am Förderkonzept der Berner Design Stiftung.» Dieses Konzept baut auf eine grosse Tradition, die angewandte Kunst wird vom Kanton Bern seit Ende des 19. Jahrhunderts gefördert. Es ist eine kluge, in die Breite wirkende Förderung: Viel stärker als andere künstlerische Bereiche ist das Kunstgewerbe, wie man das Design lange nannte, auch in nichtstädtischen, ländlichen Gebieten verankert. Die Breitenwirkung dieser Förderung hat sich längst in der Sammlung der Stiftung niedergeschlagen, und kommt auch in «Bestform», ihrer Jahreausstellung, jeweils eindrücklich zur Geltung: Hier wird künstlerisches Schaffen aus dem ganzen Kantons gefördert und gewürdigt. Wer dem Design die Mittel kürzt, schadet darum auch seiner eigenen Region.

Genau dies haben 72 Grossrätinnen und Grossräte am 11. September 2012 gemacht: Sie haben dem Antrag der EVP zugestimmt, den Kredit der Design Stiftung auf zwei Jahre zu begrenzen, mit der gleichzeitigen Aufforderung, eine Nachfolgelösung zu suchen. Weniger Amtsdeutsch ausgedrückt: Sie haben den Kredit der Stiftung ab dem Jahr 2015 vorerst gestrichen. Jede Wette, viele von ihnen hätten anders entschieden, wäre es um Infrastruktur- oder Prestigeprojekte für ihre Region gegangen, Strassenbau oder Fachhochschulen.

Die Vorgeschichte: 1995 hat der Grosse Rat beschlossen, die Unterstützung des kunstgewerblichen Schaffens in eine externe Stiftung zu überführen. Die Stiftung für angewandete Kunst und Gestaltung fördert und sammelt seither das Kunsthandwerk im Kanton Bern, dafür wird sie mit jährlich 360’000 Fr. alimentiert. Im vergangenen Jahr verlieh sich die Stiftung ein neues Profil. Sie heisst nun Berner Design Stiftung, ihr Auftritt ist frisch und frech, und sie ist – an der Vernissage im Kornhausforum war es nicht zu übersehen – daran, einer neuen Generation von Designerinnen und Designern die ersten Wege in den Beruf zu öffnen.

Doch dem Aufbruch droht Ungemach. Es ist bekannt, dem Kanton geht es finanziell miserabel, der Rotstift tobt durch die Budgets. Bei der Kultur, auch dies ist bekannt, schleift die bürgerliche Mehrheit im Kantonsparlament besonders gern. Bei der Behandlung des Kredits für die Design Stiftung lagen zwei Kürzungsanträge vor, einer der SVP auf diskussionslose Ablehnung, und der etwas moderatere der EVP, der dann auch durchgekommen ist.

Ausgerechnet aus Langenthal, dem Hauptort des Design im Kanton Bern, kommt Antragssteller Daniel Steiner-Brütsch. Über die Fortführung der Sammlung der Stiftung würde er mit sich reden lassen, aber «nicht als Kern einer Staatsaufgabe erachten wir die Aufgaben, die in den Bereichen Fördern und Präsentieren gemacht werden». Daniel Steiner-Brütschs Logik geht nicht auf: «Die Bewahrung des kulturellen Erbes unseres Kantons und sich direkt daraus erschliessend die Förderung von Gestalterinnen und Gestalter sind die beiden Hauptaufgaben der Stiftung», sagte an der Vernissage die neue Stiftungs-Präsidentin Patrizia Crivelli. «Fördern, heisst den Nährboden bereiten, damit innovative und kreative Projekte verwirklicht werden können. Unsere jetzige kantonale Sammlung angewandter Kunst besteht seit gut 140 Jahren aus solchen Werken, die nicht entstanden wären, wenn der Kanton deren Gestalter nicht gefördert hätte. Beide Standbeine – Fördern und Bewahren – bedingen einander.»

Solche Überlegungen machte sich die SVP nicht. Ihr Vertreter, Lars Guggisberg aus Ittigen, verstand seinen Ablehnungsantrag in der Ratsdebatte zwar nicht als Vorstoss «eines Haufens von Kulturbanausen». Aber das hinderte ihn nicht daran, ausschliesslich finanzpolitisch zu argumentieren: Jeder Fünfer sei dreimal umzudrehen, «es gibt keine Tabus mehr». Ungehört blieb im Parlament die Mahnung von BDP-Mann Mathias Tromp, dass es «dieses Mal um die Kleinen geht», um Kleingewerbler, um «Leute aus deinen – unseren – Kreisen». Erfolglos blieben auch die rot-grünen Erklärungsversuche. Die «relativ minimale Einsparung» bringe einen «ziemlich maximalen Schaden», sagte der Grüne Blaise Kropf. Und SP-Frau Béatrice Stucki ergänzte, von dem Geld würden kleine Kunsthandwerk-Betriebe profitieren, es gehe «nicht darum, grosse Institutionen zu unterstützen».

Mehrmals wurde in der Debatte darauf hingewiesen, dass der Kanton Bern einer der wenigen Kantone sei, der die zeitgenössische Gestaltung aktiv unterstütze. Während die einen sagten, damit könne der Kanton sich profilieren, sahen andere darin gerade die Bestätigung dafür, dass diese Staatsausgabe nicht nötig ist. Ein beängstigend enges Denkmuster: Da nimmt der Kanton Bern einmal eine Vorreiterrolle ein – und dann gibt man sie freiwillig preis. Kein Wunder, kommen wir in diesem Kanton nicht vom Fleck.

Noch bleibt die Hoffnung, dass der Grosse Rat seinen Entscheid überdenkt. Dafür könnte es sicher nicht schaden, die Grossrätinnen und Grossräte der eigenen Region darauf aufmerksam zu machen, was hier auf dem Spiel steht.

«Bestform» dauert bis Sonntag, 3. Februar. Die Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr 12.00-17.00 Uhr; Do 12.00-20.00 Uhr; Sa/So 11.00-16.00 Uhr.

(Quelle: Newsletter Kornhausforum vom 15. Januar 2013)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

4 Kommentare

  1. Erbengemeinschaft

    Mist hatte ich verpasst jetzt wahrscheinlich schon 2 mal oder 🙁 Lg Jürgen von der Erbengemeinschaft

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*