Biennale Bern – Flaggen in der Rathausgasse laden zum Nachdenken über Kapitalismus und Globalisierung ein

(Last Updated On: Dezember 3, 2013)
Silke Wagner Biennale Bern 2012

Silke Wagner, 53 Fahnen für Bern, Biennale Bern 2012

Auf dem Weg zur Grossratssession fiel mir heute morgen die ungewöhnliche Beflaggung der Rathausgasse auf. Es handelt sich dabei um eine Installation der Künstlerin Silke Wagner „53 Flaggen für Bern“ im Rahmen der Biennale Bern. Auf der Homepage der Biennale ist der Hintergrund der Installation wie folgt erklärt:

Die in Frankfurt lebende bildende Künstlerin konzipiert für das  Festival eine Beflaggung im öffentlichen Raum. In Linien und geometrischen Formen übersetzt sie Zahlen und Statistiken zur Verteilung des Kapitals, zum Welthandel und zu den damit verbundenen Fragen der Migration und Umweltbelastung. Durch die gestalterische Anlehnung an überlieferte Heraldik irritiert die Präsenz dieser Fahnen in der Altstadt von Bern. Sie wirft Fragen nach Sinn und Zweck einer Beflaggung auf, die keiner lokalen Tradition entspricht. Die Motive bleiben auf den ersten Blick rätselhaft, ihre Hintergründe werden jedoch auf Postkarten erläutert.

Mehr noch als der kritische Inhalt des Werkes, gefällt mir, dass die Installation im öffentlichen Raum zu finden ist. Moderne Kunst findet viel zu oft hinter (verschlossenen) Türen statt, statt die Bürger in ihrem Alltag aufzusuchen. Damit ist schon nur der zeitliche Aufwand für den Normalbürger, eine Ausstellung oder einen Anlass zu besuchen, rasch einmal viel zu gross und ein grosser Teil der Werbung verpufft wirkungslos.  Mehr Kunst im Alltag wäre meiner Meinung nach auch die beste Werbung für den Besuch von Museen und Alltag.

Die Fahnenmotive können übrigens auch unter www.facebook.com/biennalebern ersteigert werden.

 

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