Die Fussgänger kommen unter die Räder

(Last Updated On: Dezember 13, 2013)

Im ersten Halbjahr 2010 hat die Zahl der Schwerverletzten auf Schweizer Strassen gegenüber demselben Zeitraum des vergangenen Jahres erneut abgenommen (1815 / minus 15 Prozent). Die Zahl der Getöteten blieb mit 151 auf dem tiefen Niveau des ersten Halbjahres 2009, wobei die Zahl der getöteten Fussgänger aber zugenommen hat. Dies ergab die halbjährliche Erhebung der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung bei den kantonalen Polizeistellen.

Mit den aktuellen Zahlen bestätigt sich bei den Schwerverletzten ein Trend: Nach jahrelanger Stagnation nehmen die Zahlen seit 2007 ab – eine erfreuliche Tatsache, denn die Lebensqualität dieser Verkehrsopfer ist häufig markant und längerfristig beeinträchtigt. In jedem fünften Fall führt der schwere Unfall gar zu Invalidität. Positiv ist die Entwicklung bei den Personenwagen, wo die Anzahl der Schwerverletzten um 15 Prozent zurückgegangen ist. Auch bei der Zahl getöteter Personenwageninsassen ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Mit 59 tödlich Verunglückten wurde im ersten Halbjahr 2010 der tiefste Wert überhaupt erreicht, seit die bfu die Halbjahreszahlen erhebt (im Vergleich: im ersten Halbjahr 2003 verloren noch 129 PW-Insassen im Strassenverkehr ihr Leben).

Bei den Fahrradfahrern ist ebenfalls ein Rückgang zu verzeichnen, sowohl bei der Zahl Schwerverletzter wie bei den Getöteten. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit 20 tödlich Verletzten bei diesen Verkehrsteilnehmern der zweithöchste Wert der letzten fünf Jahre erreicht wurde. Bei den Fussgängern hingegen hat die Zahl der Getöteten sogar zugenommen, wobei auch hier die Zahl der Schwerverletzten dem allgemeinen Trend folgt und zurückgeht.

Die Zahlen machen deutlich: Während die Insassen von Personenwagen immer seltener bei einem Verkehrsunfall getötet werden, sieht die Situation bei den schwächeren Verkehrsteilnehmern wie Fussgängern und Fahrradfahrern weit weniger erfreulich aus. Die Sicherheit auf Schweizer Strassen muss deshalb dringend weiter verbessert werden, wenn Kinder und ältere Personen in ihrer Bewegungsfreiheit nicht noch mehr eingeschränkt werden sollen. Anstatt die Autobahnen immer weiter auszubauen und neue Umfahrungstrassen zu bauen, welche nur noch mehr Verkehr produzieren, müssen endlich die Hauptverkehrsstrassen innerorts verkehrsberuhigt werden. Die Tempo 30 – Zone im Zentrum von Köniz kann dazu als Vorbild dienen.

Pressemitteilung der bfu.

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