Die richtige Reaktion auf die Tragödie von Oslo

(Last Updated On: Juli 26, 2011)

„Noch sind wir geschockt, aber wir werden unsere Werte nicht aufgeben. Unsere Antwort lautet: mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit.“

Jens Stoltenberg beim Trauergottesdienst in Oslo

1 Kommentar

  1. Edith Schuler

    “Es geht einer Gesellschaft so gut, wie sie für die Menschen sorgt, denen es schlecht geht” (Emilie Lieberherr)

    Guten Tag Herr Jenk

    Das von Ihnen erwähnte Zitat scheint mir korrekt zu sein und aussagekräftiger als viele Worte. Da ich mich bereits seit einiger Zeit mit der Frage beschäftige, inwiefern eine Problematik Überbevölkerung dafür verantwortlich zeichnet, dass die Menschheit dem Leitgedanken von Emilie Lieberherr immer weniger gerecht zu werden vermag, sind folgende Gedanken enstanden, die ich Ihnen hiermit gerne weiterreiche. Ich würde mich freue, wenn Sie diese in einer ruhigen Minute, die Ihnen vergönnt sein möge, überdenken.

    Herzlichst, Edith Schuler

    Einige Gedanken zu einem – seit Jahrzehnten – und zurzeit aktuellen Thema

    Jean Ziegler erklärte vor einigen Jahren, dass die Erde beziehungsweise wir Menschen mit der derzeitigen Weltlandwirtschaft, die mehr oder weniger von den Korrupten dieser Welt „bestimmt“ werde, alle Hungernden weltweit und bis zu 12 Milliarden Menschen, ernähren könnten – bei gerechter Verteilung. Ich bin verwirrt. Seit Jahrzehnten sterben täglich Zehntausende Kinder unter 5 Jahren an Hunger. Sie werden in einem Umfeld gezeugt, in dem Voraussetzungen für ein menschenwürdiges Wachsen, Werden und Vergehen kaum gegeben sind. Viele Menschen leben in Armut. Da wie dort. In der reichen Schweiz trifft die Armut lediglich jeden zehnten Einwohner. Was ist zu tun? Ich könnte demnächst meinen Beitrag darauf beschränken, jeden Tag einen in Armut lebenden Mitbewohner in der Schweiz zum Mittagessen einzuladen? Kann Entwicklungshilfe, wie wir sie zurzeit pflegen und hegen, wirklich gelingen?

    Seit einigen Monaten beschäftigt mich die Frage: „Existiert eine Problematik Überbevölkerung?“ Auf Anfragen bei Bekannten, Freunden und Verwandten und sonstigen Verantwortlichen erhielt ich ab und an die Antwort:„Nein, das Bevölkerungswachstum ist kein Problem. Wir können, wenn wir denn wollen, 12 Milliarden Menschen problemlos ernähren, sagt Jean Ziegler und die Uno!“

    Überbevölkerung? Kaum jemand erwähnt im Zusammenhang mit den weltweiten Problemen diese Problematik. Obwohl laut Medien Korruption, Armut, Hunger, Klima- und Umweltprobleme immer grösser werden. Die Schweizer Umweltorganisation Ecopop hat vor wenigen Wochen die Initiative „Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen“ lanciert. Medien berichten. Die Uno warnte. Bereits vor Jahrzehnten! Sie warnte – vor einem unkontrollierten Bevölkerungswachstum und den daraus resultierenden Problemen, die weltweit kaum mehr zu bewältigen seien.

    Informationen, die dem interessierten Bürger zum Thema Überbevölkerung zur Verfügung stehen, könnten widersprüchlicher nicht sein. Ich bin unzufrieden. Viele von uns sind verunsichert. Manchmal fällt es mir leicht, oft jedoch schwer, offen über dieses Thema zu sprechen! Ich wünsche mir, dass nicht nur Medien sondern auch sonstige Verantwortliche sich und uns informieren, aufklären und das Tabu brechen, damit wir Menschen uns unserer Verantwortung bewusst werden können und endlich öffentlich über die Frage: „Existiert eine Problematik Überbevölkerung?“ diskutiert werden kann. Wozu warnt die UNO vor den Folgen des Bevölkerungswachstums, wenn die Bürger ihrer 192 Mitgliedstaaten nicht wirklich umfassend informiert und aufgeklärt werden?

    Seit Jahrzehnten. – Damals, als ich ein kleines Mädchen war, setzten wir Kinder uns dafür ein, den Hunger in der Welt zu bekämpfen. Wir verkauften rotbackige Äpfel, für ein Fränkli das Stück. – Das Apfelbäumchen, das wir Menschen oft dann pflanzen, wenn wir nicht weiter wissen, weil wir dem Elend der Welt hilflos gegenüber stehen, besang Reinhard Mey ebenfalls vor mehreren Jahrzehnten. Gerne empfehle ich, das Lied abzuspielen und sich von den Worten berühren zu lassen:
    http://www.youtube.com/watch?v=v7n1kj26zuQ

    Das Elend ist nicht kleiner geworden! – Nicht nur er, auch ich weiss oft nicht, wie ich beginnen und enden soll. Ich bin ab und an ziemlich ratlos. Bitte lesen Sie auch meine Zeilen im Anhang. Vielen Dank.

    A wie Apfelbäumchen

    „Unsere Träume können wir erst dann verwirklichen, wenn wir uns entschließen, daraus zu erwachen.“ Josephine Baker

    Millenniumsziele und Co. oder – Mensch, was sind wir stark!

    Wir warnen. Entwickeln und unterstützen. Wir fördern. Importieren und verkaufen. Rohstoffe. Nahrung. Und spenden! Milliarden. Und? Billionen. Treiben Handel und – wir nehmen. Von ihnen. Sie nehmen von uns. Sie geben. Wir geben. Wer profitiert, wer gewinnt?

    Wir hungern, essen, lieben. Lieben das Leben. Ihn, sie und den Sex. Wir hoffen. Wir planen. Partnerschaft. Kinder. Familie. Oder nicht! Das Klima wird schlechter. Der Boden knapp. Die Rohstoffe weniger. Der Wohlstand wächst, der prozentuale Anteil der hungernden Menschen wird kleiner, die Anzahl der Hungernden weltweit steigt. Die Weltbevölkerung nimmt stetig zu. Immer schneller! – Logisch!

    Vor den Folgen wurde und wird vehement gewarnt. Alle scheinen informiert? Kaum jemand aufgeklärt? Die Bevölkerungszahlen, mit denen bei gleichbleibendem Wachstum in den nächsten Jahrzehnten zu rechnen ist, sind festgelegt – ebenso die UN-Millenniumsziele, in denen eine Existenz oder eine Problematik namens Überbevölkerung keine Erwähnung findet – und allerorten nachzulesen? Und wer gewinnt?

    Einem Schweizer Politiker stellte ich vor einigen Tagen folgende Frage: „Wie viele Jahre möchten Sie die Schweizer Bevölkerung – ob durch Geburtenüberschuss oder durch Zuwanderung – anwachsen sehen? Wie viele Einwohner, meinen Sie, können sich den Lebensraum in der Schweiz teilen, ohne dass Ihnen, die mit Ihnen zusammen in der Schweiz wohnhaften Erdenbürger, nicht auf den „Keks“ gehen oder Sie sich in Ihrer Mobilität und Ihrem Streben nach Wachstum eingeschränkt fühlen werden?“

    Meine Fragen, so meinte der Politiker, würden grundsätzliche Themen zur Menschlichkeit aufwerfen, die vor Augen geführt und deren Grundsätze diskutiert werden müssten! – Wie viele Menschen in der Schweiz Platz haben, konnte auch er mir nicht beantworten.

    Menschlichkeit. – Wenn wir für einmal davon ausgehen, dass bereits morgen alle Menschen, die auf der Erde leben, ernährt werden können (wie dies von uns allen und den sogenannten Geberländern und Hilfswerken erhofft bzw. vehement angestrebt wird) und bereits morgen keine Kinder mehr gezeugt werden, die nicht erwünscht oder nicht geplant sind (wie wir uns und viele Gegner von Familienplanungspro-grammen sich dies ersehnen), würde die Weltbevölkerung dann ebenso anwachsen wie bis anhin? Oder wären die Menschen vernünftig genug, ihr Streben nach Konsum – egal ob nach Kindern oder Gütern – den Gegebenheiten und Möglichkeiten liebevoll anzupassen?

    Die Lebensgrundlagen der Menschen und jene der Natur sind in Gefahr. Sagen viele! Das Elend ist in einigen Gebieten gross. Sagen einige! Gekämpft wird an allen Ecken und Enden. Sagen alle! Und gefeilscht wird da und dort. Wotsch undere gah? Das Gros der Menschheit sehnt sich nach nichts anderem als nach Frieden, Harmonie und Liebe. Und verliert sich im Träumen – züchtet „falsche“ Apfelbäumchen und vergisst, dass nach jedem Traum ein Erwachen folgt!

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