Es braucht mehr Geld für die Unfallprävention im Strassenverkehr

(Last Updated On: Dezember 13, 2013)
 

  

Heute hat die bfu den SINUS-Report 2010 zum Sicherheitsniveau und Unfallgeschen im Strassenverkehr im Jahr 2009 veröffentlicht. Mit 349 Getöteten wurden 2009 in der Schweiz noch nie so wenig Todesopfer im Strassenverkehr gezählt. Die Verbesserung fällt gegenüber dem Vorjahr nur unterdurchschnittlich aus. Feststellbar ist zudem eine deutliche Verschiebung bei den Verkehrsteilnehmergruppen:  Während insbesondere bei den PW-Insassen die schweren Personenschäden deutlich zurückgingen, nahmen sie bei den Motorradfahrern, Radfahrern und Fussgängern zu. Immerhin zeigen die Zahlen für das 1. Halbjahr 2010, dass die Anzahl der tödlich verunglückten Velofahrer wieder gesunken ist. 

Besonders interessant bei dem vielfältigen Zahlenmaterial finde ich die Berechungen zu den Kosten der Strassenverkehrsunfälle. Sage und schreibe 5 Milliarden Franken verursachen diese jedes Jahr. Tödliche Strassenverkehrsunfälle forderten zudem im Durchschnitt 25 verlorene Lebensjahre bei den Männern und 19 bei den Frauen. 

Die Anzahl der Opfer und die aufzuwendenden Kosten zeigen, dass die Prävention von Strassenverkehrsunfällen nach wie vor nötig ist. Sei es durch Verbesserung der Infrastruktur und Fahrzeugtechnik, der Durchsetzung gesetzlicher Regelungen oder der Schulung der Verkehrsteilnehmer. Dass Prävention wirkt, zeigt eine kürzlich publizierte Studie des Bundesamts für Gesundheit („Synthesebericht – Ökonomische Evaluation von Präventionsmassnahmen in der Schweiz„, 2010). Dort wurde den Präventionsprogrammen im Strassenverkehr seit 1975 ein positiver «Return on Investment (ROI)» bescheinigt: Jeder in die Prävention investierte Franken hilft, ein Mehrfaches an Ausgaben für die Folgen von Strassenverkehrsunfällen zu sparen. 

Umso unverständlicher finde ich, dass immer noch so viel Geld in den Ausbau des Strassennetzes gesteckt wird, anstatt das bestehende Strassennetz zunächst einmal sicher zu machen. Als Velofahrer bereitet mir auch Sorgen, dass die Autofahrer sich in ihren mit ABS- und Airbags gesicherten Fahrzeugen immer sicherer fühlen und deshalb unvorsichtiger oder gar aggressiver fahren. Ganz abgesehen davon, dass die Autos immer breiter werden und bei Überholmanövern der Abstand zu den Velofahreren entsprechend kleiner wird, vor allem wenn auf der Gegenfahrbahn auch noch ein solcher Koloss daherkommt.  

   

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