Mängistorfberg im Inventar der schutzwürdigen Landschaften des Kantons Bern

(Last Updated On: August 7, 2013)
Schutzwürdige Landschaft rund um den Mengistorfberg

Schutzwürdige Landschaft rund um den Mängistorfberg

Das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) hat 35 schutzwürdige Landschaften aus dem ganzen Kanton in einem Inventar erfasst. Darunter befindet sich erfreulicherweise mit dem Mengistorfberg und seiner Umgebung auch ein Teil der Gemeinde Köniz. Im dazugehörigen Objektblatt ist die Landschaft wie folgt beschrieben:

“ Die halboffene Hügellandschaft des Mängistorfbergs wird geprägt durch die drei geschützten Weiler Mengestorf, Liebewil und Herzwil (nationale Bedeutung gemäss ISOS) sowie durch die intensive Landwirtschaft mit Wiesland und Ackerbau. Die bewaldete Kuppe des Mängistorfbergs dominiert den Raum. Als wichtigstes topografisches Element bildet er eine Art Kegel, um den sich die Weiler und Einzelhöfe anordnen. Während im Westen des Perimeters das von der Autobahn und der Eisenbahnlinie belastete Wangental anschliesst, grenzt südlich und östlich die Hügellandschaft des Schwarzenburgerlandes an. Im Norden befindet sich das Siedlungsgebiet der Gemeinde Köniz (Agglomeration Bern).

Als glaziale Zeugen sind bei Herzwil und Mengestorf Moränenwälle erhalten. Eine Reihe kleiner Fliessgewässer gliedert die Landschaft. Von landschaftlicher Bedeutung sind besonders der Gaselbach am Südrand des Perimeters und der teilweise naturnah fliessende Herzwilbach im Tälchen zwischen Herzwil und dem Mängistorfberg. Quer durch das Gebiet führt von Nord nach Süd der Wildtierkorridor gemäss kantonalem Landschaftsentwicklungskonzept (KLEK).
Mengestorf, Liebewil und Herzwil sind homogene Siedlungen aus dem 18. Jahrhundert mit hoher Lagequalität. Mengestorf gilt als wichtiges Zeugnis der reichen ackerbaulichen Geschichte. Die Siedlung mit sieben gut erhaltenen Gruppenhöfen wurde in den letzten hundert Jahren nur unwesentlich erweitert. Auch die ursprünglicheStruktur des Weilers Liebewil ist noch weitgehend erhalten. Von Bedeutung sind die orthogonale Anordnung der Haupt- und Nebengebäude an drei Strassenästen und die Käserei, welche von der aufkommenden Milchwirtschaft im 19. Jahrhundert zeugt. Die kompakte Bebauung von Herzwil schliesslich besteht aus sechs grossen Höfen mit zahlreichen Nebengebäuden, gruppiert um ein Strassenkreuz.“

Im kantonalen Inventar der schutzwürdigen Landschaften sind die aus kantonaler Sicht besonders schönen oder kulturhistorisch wertvollen Landschaften enthalten. Erfasst wurden insgesamt 35 Objekte, die sich über den ganzen Kanton verteilen. Das Inventar bildet Grundlage für den Erhalt dieser Landschaften.

Das kantonale Inventar der schutzwürdigen Landschaften ist nicht unmittelbar verbindlich. Der Kanton, die Regionen bzw. Regionalkonferenzen und die Gemeinden müssen die Inventarobjekte aber bei der Erarbeitung ihrer Sach-, Richt- und Nutzungsplanungen als Planungsgrundlage berücksichtigen. Mit dem Inventar setzt der Kanton eine Massnahme aus dem kantonalen Richtplan um und löst einen Auftrag aus dem Baugesetz ein.

Bis zum 8. Juli 2013 befindet sich der Entwurf dieses Inventars in der Vernehmlassung. Mehr Informationen gibt es hier.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*