Mitwirkungsverfahren für die Siedlung Thomasweg

(Last Updated On: Januar 28, 2014)
Siedlung Thomasweg

Siedlung Thomasweg

Es lag etwas in der Luft und heute hat die Gemeinde Köniz die Katze aus dem Sack gelassen: die Siedlung zwischen Thomasweg und Stationsstrasse soll einer neuen Wohnüberbauung weichen, ähnlich wie im Stöckackerquartier in Bern.

Medienmitteilung vom 27.1.2014

Die Siedlung am Thomasweg mit drei- bis viergeschossigen Mehrfamilienhäusern und heute 142 Wohnungen entstand zwischen 1957 und 1969. Mittlerweile sind die rund 50 Jahre alten Gebäude sanierungsbedürftig – insbesondere aufgrund der schlechten Bausubstanz und der nicht mehr zeitgemässen Grundrisse.

In engem Dialog mit der Gemeinde wurde in einer Testplanung aus verschiedenen Möglichkeiten ein Ersatzneubau als beste und weiterzuverfolgende Variante ausgewählt. Ein Neubau bietet die Chance, ein städtebaulich ansprechendes Projekt mit einem zukunftsgerichteten Wohnungsangebot zu realisieren. Durch zeitgemässe Grundrisse und eine ökologischen Optimierung wird Wohnraum geschaffen, der künftigen Bedürfnissen und Anforderungen gerecht wird.

Um diese Variante umsetzen zu können, muss die baurechtliche Grundordnung (Zonenplan und Besondere Bestimmungen im Baureglement) angepasst werden. Aus der Testplanung wurde der Entwurf der neuen Zone mit Planungspflicht (ZPP) 4/7 Thomasweg/Stationsstrasse erarbeitet. Die Öffentliche Mitwirkung zur Nutzungsplanänderung der ZPP findet vom 27. Januar bis 24. Februar 2014 statt.

Städtebaulich und ökologisch sieht das Projekt auf den ersten Blick gut aus. Ein Aspekt zu dem mir in den Unterlagen aber die Informationen fehlen ist die angebliche „soziale Verträglichkeit“ der neuen Siedlung. Ausser, dass dieser Begriff mehrfach wiederholt wird, finden sich keine Angaben dazu. Wie hoch sollen denn die Mieten in der neuen Wohnungen sein? Wohin ziehen die heutigen Bewohner am Thomasweg? Viele davon sind auf günstige Mieten angewiesen oder haben seit Jahrzehnten hier gewohnt. Die Besitzerin HIG Immobilien Stiftung (www.hig.ch)  investiert Pensionskassengelder und ist deshalb auf eine hohe Rendite angewiesen. Kann sie da tatsächlich soziale Rücksichten nehmen? Was hätte denn die Sanierung der bestehenden Siedlung gekostet? Es gibt auch Menschen die mit einfacheren Wohnungen zufrieden sind und lieber eine tiefe Miete haben.

Ein Versuch „sozialverträglich“ im Zusammenhang mit Wohnungsbau zu definieren, könnte sich zum Beispiel an den Regeln für die Ergänzungsleistungen zur AHV orientieren. Für eine Ehepaar werden bei den Ergänzungsleistungen die Bruttowohnkosten bis zu maximal 1250 Fr. berücksichtigt. Soviel ich weiss, werden diese Beträge nicht dem Hypothekarzins angepasst. Ziehen wir also noch 150 Fr. für die Nebenkosten ab, so stehen für die Mietkosten 1100 Fr. zur Verfügung. Beim heute tiefen massgeblichen Hypothekarsatz von 2% dürfte ein 3-Zimmer-Wohnung also nicht mehr als ca. 750.- Fr pro Monat kosten (bei 4% Hypothekarzins würde dann eine Nettomiete von 1’100 Fr. resultieren, und 4% betrachtete man noch vor ein paar Jahren als einen tiefen Zinssatz!)

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