Da capo! Musical Cabaret in den Vidmarhalle 1

(Last Updated On: November 10, 2013)

Die in den Vidmarhallen laufende Inszenierung des Musicals „Cabaret“ ist grosse Klasse. Diese Aufführung des Stadttheaters Bern  würde ich auch ein zweites Mal anschauen, so gut und swingig werden die bekannten Songs gesungen, die Endzeitung-Stimmung im Berlin Anfang der 30er-Jahre auf die Bühne gebracht, das Schicksal der Protagonisten berührt, und gleichzeitig werden geschickt Bezüge zum Geschehen in unserer Zeit gemacht.

Die Premierenkritik von Martina Bolzli in der Berner Zeitung finde ich sehr zutreffend:

«Dieses Feiern und Tanzen, als ob es kein Morgen gäbe, nimmt die Berner Inszenierung von Mathias Schönsee (Regie) und Michael Frei (musikalische Leitung) auf. Die Revuen mit den Kit-Kat-Girls sind wild, lebensfroh und frivol. (…) Charmanter Beherrscher des Clubs, ja des Abends, ist der Conferencier (Andri Schenardi), der den Girls grandios die Show stiehlt. Im hautengen Lederkostüm, mit Glitzer auf der schmächtigen nackten Brust führt Schenardi das staunende Publikum in eine Welt der Verdorbenen, Verrückten und Verkleideten (Kostüme: Christine Haller). Ein farbenfroher Zirkus, wie er auch heute wieder in hippen Berliner Clubs stattfindet. (…) Vorgetragen werden die Songs von den Schauspielern, unterstützt von einer Kleinformation des Berner Symphonieorchesters. Dabei wird gar nicht erst versucht, die gesanglichen Mängel zu vertuschen. Das tut der Qualität keinen Abbruch – im Gegenteil. Es bereichert den Abend, dass der Pathos, der dem Genre sonst anhaftet, praktisch inexistent ist. Dafür erhalten die Szenen zwischen den Songeinlagen mehr Gewicht. Rührend etwa Heidi Maria Glössner als alternde Pensionsbesitzerin und Stefano Wenk als ihr ungelenker und rührseliger Verehrer. Überzeugend abstossend Benedikt Greiner als zunehmend arrogant werdender Jungnazi. Solide Jonathan Loosli als staunender und umsichtiger Amerikaner.» Berner Zeitung, Marina Bolzli, 15. Oktober 2013

Ergänzen möchte ich, dass mir die  Darbietung von Henriette Blumenau als Sally Bowles ebenfalls sehr gut gefallen hat,  da sie zwar rein äusserlich der Sally Bowles von Liza Minelli gleicht, aber wesentlich natürlicher und menschlicher wirkt.

> Konzert Theater Bern

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.