Wahlbarometer prognostiziert deutlichen Rechtsrutsch für die Nationalratswahlen 2011

(Last Updated On: August 8, 2013)

(Quelle: www.zoonpoliticon.ch)

“ SVP im Plus, FDP stabil, CVP, Grüne und SP im Minus, die Neulinge GLP und BDP können zulegen. Das ist die Bilanz zur Wählerstärke zu Beginn des Wahljahres 2011, wie sie das heute publizierte 2. Wahlbarometer der SRG SSR zieht. Gegenüber der ersten, ebenfalls von unserem Institut erstellten Welle bedeutet dies ein kräftiges Plus in der Wählerstärke für die SVP, aber auch für die GLP, während CVP, Grüne und SP an Zustimmung verlieren.“ (Quelle: gfsbern)

Ich würde ja gerne widersprechen, aber im Grossen und Ganzen teile ich die Einschätzung dieser Umfrage. Dass die SVP vor allem bei den konservativen Schichten der CVP noch Wähler abholen kann, verwundert micht nicht, und die Verschiebungen innerhalb des linksgrünen Lagers sind angesichts der fast neuen Partei der Grünliberalen auch nicht verwunderlich. Im Kanton Bern werden die Zahlen sicher etwas anders aussehen als gesamtschweizerisch, da die BDP hier besser verankert ist und die Grünliberalen schlechter, was u.a. dazu führen wird, dass auch SVP und FDP im Vergleich zu den letzten Nationalratswahlen Federn lassen werden. Matchentscheidend wird allerdings die Stimmbeteiligung und die Mobilisierung des eigenen Lagers sein, was angesichts der Spannungen zwischen BDP und SVP gewisse Vorteile für diese beiden Parteien bringt.  Was der Linken zur Zeit aber vor allem fehlt, ist ein „Bauchthema“, ein Thema welches die Leute bewegt und an die Urnen bringt. Bestehendes laufend zu verbessern zu wollen, ist zwar pragmatisch und sinnvoll, aber nicht wirklich verführerisch. Die SP hat in der Vergangenheit vielleicht schon zuviel erreicht. Bei vielen gewonnen Abstimmungen ging der Partei damit auch immer ein Thema verloren.

Weitere Blogartikel zum Thema: „Was ist mit der SP los?“ (zoon politicon)

7 Kommentare

  1. Peter Schlemihl

    Ich muss da schon etwas widersprechen:

    1. Der Stichprobenfehler dieser Umfrage beträgt +/- 2,2%. Die Verschiebungen bei allen 5 grossen Parteien liegt innerhalb dieses Fehlers! Die einzigen signifikanten Verschiebungen gibt es bei GLP und BDP!

    2. Die wahre Gewinnerin gemäss dieser Umfrage ist die politische Mitte, die rund 5% zulegt im Vergleich zu 2007!

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  2. Alex Schneider

    Wahlbarometer: SP und CVP verlieren wegen ihren EU-Beitrittsgelüsten!

    SP und CVP ist zu raten, im Wahlkampf die heutige Europapolitik mit den bilateralen Verträgen zu unterstützen. Auch wer ein glühender EU-Beitrittsfreund ist, sollte mit seiner Meinung hinter dem Berg halten, mindestens bis sich die finanziellen Turbulenzen in der EU verzogen haben. Das schlechte Abschneiden von SP und CVP ist zu einem grossen Teil auf die EU-Beitrittsgelüste einiger ihrer Exponenten zurückzuführen. Alex Schneider, Küttigen

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  3. Peter Schlemihl

    @Alex Schneider:

    Da bin ich nicht einverstanden!

    Die SP hat sicherlich grössere Probleme als die Zustimmung zu einem EU-Beitritt. Die SP hat vor allem wegen der „Überwindung des Kapitalismus“ massiv an Glaubwürdigkeit eingebüsst. Deshalb hat sie auch an die GLP verloren.

    Die CVP hat immer konsequent die Bilateralen unterstützt und sich gegen einen EU-Beitritt ausgesprochen!

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  4. Harald Jenk

    Langfristig sind Frieden und Umweltschutz mit dem Kapitalismus nicht vereinbar, da das Kapital verzinst werden will, damit auf unendliches Wachstum angewiesen ist, was die endlichen Ressourcen der Erde aber nicht zulassen. Die Politik der GLP, ist halt doch nur ein grün bemänteltes „Nach uns die Sintflut“.

    http://www.jenk.ch/politik/den-kapitalismus-uberwinden/

    Aber, ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

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  5. Peter Schlemihl

    Lieber Harald Jenk,

    Es war eine objektive Feststellung (und noch keine inhaltliche Wertung), dass „die Überwindung des Kapitalismus“ der SP Wähleranteile gekostet hat. Es ist kein Geheimnis, dass viele SP-Wähler (und auch SP-Mitglieder) mit dieser Forderung Mühe bekunden. Und da bietet sich die GLP eben als Alternative an…

    Zum Thema Frieden: Als überzeugter Europäer möchte ich doch darauf hinweisen, dass das erfolgreiche europäische Friedensprojekt massgeblich auf kapitalistischen Grundgedanken basiert.

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  6. Harald Jenk

    Zugegeben, kommunikativ ist die Forderung nach der Überwindung des Kapitalismus kein Knüller. Allerdings ist auch etwas frustrierend, wenn die Medien das Parteiprogramm auf dieses Stichwort reduzieren.
    Wenn die EU langfristig ein Friedensprojekt bleiben soll, sollte sie sich auch Gedanken machen, was die Grenzen des Wachstums bedeuten.

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