Was haben das AKW Fukushima und das AKW Mühleberg gemeinsam?

(Last Updated On: Februar 3, 2014)

Mit grosser Besorgnis verfolge ich das Geschehen beim AKW Fukushima. Dass es jederzeit wieder zu einem AKW-Unglück wie vor 20 Jahren in Tschernobyl kommen kann, war mir schon klar, aber trotzdem habe auch ich die Tendenz die Gefahr zu verdrängen. Schliesslich will ich ja nicht wegen dem AKW Mühleberg aus dem schönen Kanton Bern wegzügeln. Wer es vor dem 13. Februar 2011 noch nicht geglaubt hat, glaubt es hoffentlich jetzt. Die Atomtechnologie ist gefährlich, das AKW Mühleberg gehört stillgelegt. Werde mich auch auf die Suche nach den Jodtabletten machen, die ich vor Jahren einmal erhalten habe. 

 

Medienmitteilung der SP Kanton Bern vom 12. März 2011 

Vor dem Hintergrund der schweren Atomstörfälle in Japan fordert die SP des Kantons Bern die rasche Stillegung des maroden AKW Mühleberg. Naturgewalten und Bedrohung durch Terrorismus machen AKW zur Hochrisikotechnologie.
Mit grosser Betroffenheit nimmt die SP des Kantons Bern vom schweren Erdbeben in Japan Kenntnis. Wir denken vor allem an die Menschen, die Angehörige verloren haben. Unsere Solidarität ist wichtig und gleichzeitig sollten wir aus den Ereignissen in Japan Konsequenzen für unsere Sicherheit ziehen.
Das schwere Erdbeben und die Überschwemmung durch den Tsunami haben die Sicherheitssysteme von Atomkraftwerken beschädigt oder zerstört, die Situation droht ausser Kontrolle zu geraten. Naturkatastrophen wie auch die Bedrohung durch Terrorismus setzen der Beherrschbarkeit von atomaren Risiken Grenzen. Das müssen wir ernst nehmen, trotz Energiehunger. Und da wir Alternativen haben, fällt der Verzicht auf AKW nicht schwer. Letzte Woche, ein Monat nach der Mühleberg-Abstimmung, haben sogar Energiekonzerne eingeräumt, dass kein Stromengpass besteht, sondern Überkapazitäten.
Die SP des Kantons Bern will nicht weiter akzeptieren, dass in Mühleberg ein altes AKW weiterbetrieben wird. Brisant ist aus der Sicht der SP ein Vergleich mit den betroffenen AKW in Japan:
 

  

– der genau gleiche Typ
 – Notstromversorgung mit den gleichen Mängeln
 – keine Erdbebensicherheit
 – Flutungsrisiko
  
Im dicht besiedelten Gebiet des Berner Mittellandes, wenige Kilometer westlich unserer Hauptstadt, darf in Zukunft kein AKW mehr betrieben werden. SP-Parteipräsident Roland Näf meint dazu: „Unterhalb des Wohlensees beim AKW besteht Überschwemmungsgefahr. Bei einem Ausfall der Sicherheitssysteme wie in Japan müsste die ganze Stadt Bern evakuiert werden. Austretende Strahlung könnte Bern für längere Zeit unbewohnbar machen.“

 Andere Artikel von Berner Bloggern zum Unglück: Hymnos, Titus, Herr Ü, Bodeständix, Think eMeidi, Wir Hyperboreer, architecture, Daniel Wyss, AmizadCH, Fffleur de Lys, Stadtwanderer, Aline Trede

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4 Kommentare

  1. Titus

    Zum Thema Erdbebensicherheit: Der ENSI-Direktor äusserste sich gestern anderweitig (http://bit.ly/hn85pe). Ich denke, die SP müsste noch genauer erklären, wie sie zu dieser Aussage kommt, dies vor allem um die eigene Glaubwürdigkeit zu erhöhen.

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  2. Harald

    Ich bin nicht der Meinung, die Diskussion kann durchaus sofort geführt werden (http://www.derbund.ch/schweiz/standard/Es-ist-Zeit-aus-den-Katastrophen-anderer-Laender-zu-lernen/story/19947071). Dazu ist ein Blog schliesslich da.
    Die Aussagen von Doris Fiala zeigen ja, dass von FDP-Seite schon wieder auf Zeit gespielt wird, wie das auch bei der Bankenkrise der Fall ist, nur Worte statt Taten. Die Aussage von Herrn Wanner im Tagesschau-Interview zeigen zudem, dass auch in der Schweiz die AKW nicht jedem Erdbeben standhalten würden, sondern nur einem wie es etwa alle 10’000 Jahre vorkommt, wobei man nie weiss, wann dieses Jahr ist.
    Abgesehen davon gibt es nicht nur Naturkatastrophen und technisches Versagen sondern auch menschliches Versagen, wie es vor ein paar in Forsham in Schweden fast zu einer Kernschmelze geführt hat.

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  3. Titus

    @ Harald
    Besten Dank, jetzt habe ich das mit dem „nicht erdbebensicher“ verstanden.

    Wie ich schon in meiner Bloghütte erwähnte, hätte ich mir gewünscht, eine gewisse „Schonfrist“ abzuwarten, bevor man auf die politische Pauke haut. Nun denn, jetzt ist’s eh zu spät…

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