Weck-Alarm des VSAO!

(Last Updated On: November 24, 2010)

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Heute morgen hat mich wieder einmal mein Wecker wecken müssen. Er machte dies auf wesentlich unangenehmere Art als der VSAO Bern (Verband Schweizerischer Assistentinnen und Chefärztinnen und -ärzte), welcher heute seine Petition „Weck-Alarm! Für bessere Arbeitsbedingungen und bessere Qualität!“ zusammen mit einem Haselnusslebkuchen in Weckerform überreichte.

Bei der Petition geht es um Folgendes:

„Noch immer arbeiten Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte zu viel und zu lange. Die Umsetzung des Arbeitsgesetzes scheitert immer wieder am Kostendruck. Die Sparbemühungen des Kantons und die Vorbereitung auf die neue Spitalfinanzierung 2012 führen dazu, dass die Spitäler immer weniger Mittel bekommen, um ihren Leistungsauftrag zu erfüllen. Der Wirtschaftlichkeitsdruck wird an das Personal weitergegeben. Er führt unter anderem dazu, dass Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte immer noch problematische und zum Teil gefährliche Arbeitsbedingungen haben.
Die unterzeichnenden Personen fordern,

  • dass die Arbeitsbedingungen der Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte mindestens den Minimalstandards des Arbeitsgesetzes entsprechen;
  • dass die Dienstpläne der Assistenzärztinnen und -ärzte von wöchentlich 46 Stunden Dienstleistung ausgehen statt wie heute von der gesetzlichen Höchstarbeitszeit von 50 Stunden, damit Bereitschafts- und Notfalldienste, Mehrarbeit durch grosses Patientenaufkommen, Vertretung von Kollegen, Weiter- und Fortbildung usw. nicht zwangsläufig zu gesetzeswidriger Überzeit führen
  • dass Arztberuf und Familie endlich vereinbar werden.

Nur so kann die Qualität in den Spitälern gesichert und dem akuten Ärztemangel begegnet werden.
Die unterzeichnenden Personen fordern deshalb vom Kanton Bern, dass die Spitäler in Zukunft genügend Mittel erhalten, um diese Punkte umzusetzen.“

Ich teile die Haltung der Petitionäre, dass die heutigen Arbeitsbedingungen der Ärzte in den Spitälern unhaltbar sind und Verbesserungen dringend nötig sind. Das gleiche Problem stellt sich auch beim Pflegepersonal, welches wegen den sich laufend verschlechternden Arbeitsbedingungen den Spitälern davonläuft. Die von der bürgerlichen Mehrheit durchgedrückte Steuersenkung zwingt die Regierung allerdings auch im Gesundheitswesen zu sparen. Ein gewisses Sparpotential ist bei einer Reduktion der Anzahl Spitäler möglich, ohne dass die Qualität darunter leidet bzw. bei gewissen Operationen sogar verbessert werden kann. Effizienzgewinne durch die Reduktion der Spitalstandorte sollten allerdings für Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und damit der Versorgungsqualität der Patienten genutzt werden und nicht für die Senkung der Steuern.

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