Wie weiter nach dem Nein zum Tram Region Bern?

(Last Updated On: März 31, 2015)
Espresso März 2015

Espresso März 2015

Nach dem Nein zum Tram Region Bern stellt sich die Frage nach kurz- und mittelfristigen Alternativen. Die SP Köniz hat dazu in der heutigen Ausgabe der Könizer Zeitung einen Espresso-Artikel veröffentlicht und mich um ein Statement zum Thema Veloverkehr gebeten. Mein Vorschlag lautet, dass die Gemeinde zusammen mit dem Zweiradgewerbe die Vermietung von Elektrovelos als die! Alternative zu Auto und Öv ermöglichen soll.  Da 100 Zeichen nicht gerade viel Platz sind, möchte ich meine Forderung hier noch erläutern.

Das Kapazitätsproblem bei der Linie 10 existiert vor allem zu den Pendlerzeiten. Ein Drittel aller Verkehrswege ist kürzer als 3 km, was eigentlich eine ideale Distanz für Velofahrer wäre und für mehr Velofahrer hat es noch genügend Platz auch auf den Hauptstrassen. Mein Arbeitsweg beträgt 9 km und für den brauche ich mit 30 Minuten etwa gleich lang wie mit dem Öv. Weshalb wird das Velo dann nicht schon heute von mehr Pendlern benutzt? Ich bin überzeugt, dass der Hauptgrund die Bequemlichkeit ist. Köniz, Bern und Umgebung eignen sich schon heute zum Velopendeln aber wegen den zahlreichen Steigungen ist das Velofahren häufig durchaus etwas sportlich und nach ca. 15 Minuten kommt man auch etwas ins Schwitzen. Das Elektrovelo würde dieses Problem lösen,  aber ein gutes Ebike ist nicht gerade billig. Anstatt den Öv nun noch mehr auszubauen und zu subventionieren, wäre es effizienter mit einem Teil dieser Subventionen die Vermietung von Elektrovelos zu fördern. Bernmobil erhält pro Personenkilometer im Durchschnitt etwa 25 Rappen. Bei einem Arbeitsweg von 5 km legt ein Pendler pro Jahr etwa 2000 km zurück, was jährlich 500 Fr. entspricht. Der Bau des Trams hätte allein Köniz  18 Millionen Fr. gekostet, was etwa dem Preis für 5000 Elektrovelos entspricht. Mein Vorschlag ist deshalb, dass die Gemeinde jedem Pendler, der auf ein Liberoabo verzichtet ein Elektrobike zum Preis eines Zweizonenabonnementes vermietet. Bei geschätzten jährlichen Kosten von etwa 1000 Fr. /Elektrovelo (vergl. NZZ-Beilage vom 31. März 2015) könnten mit dem im ÖV gesparten Geld die Vermietung von mehreren Tausend Ebikes subventioniert werden.

Die zusätzliche Tramkapazität im 5-Minuten-Takt hätte gegenüber dem heutigen Bustakt 500 Passagiere in der Spitzenstunde betragen. Da nicht alle Pendler jeden Tag pendeln, reicht diese zusätzliche Kapazität für etwa 750 Pendler und Stunde. Weil zudem nicht alle E-Bike-Pendler zur Spitzenstunde unterwegs sein werden, müssten aber wohl etwa 2000 Pendler auf Flyer oder Stromer umsatteln. Würden diese nun ein subventioniertes E-Bike mieten statt das Tram oder den Bus zu benutzen, kostet das die Gemeinde 500’000 Fr./Jahr (2000 x 250 Fr.),  also immer noch deutlich weniger als das Tram. Die Preise für die Ebikes werden aber in Zukunft noch sinken und damit die jährlichen Kosten.

Eine ähnliche Kapazität wie das Tram hätte zumindest theoretisch auch ein Busbetrieb mit 2-Minuten-Takt, der aber kaum einzuhalten sein wird.  Wie hoch die Kosten sind, wenn man die Busse nur in den gut ausgelasteten Spitzenstunden fahren lässt, kann ich nicht abschätzen. Im Vergleich zum Bus schliesse ich nicht aus, dass die Pendler dann deutlich mehr für die Miete des Ebikes zahlen müssten, damit die Rechnung für die Gemeinde kostenneutral ist.

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